Wer eine bestehende Kurbelmarkise besitzt, muss für mehr Bedienkomfort nicht gleich in eine komplett neue Markise investieren. Mit dem passenden Rohrmotor, einer geeigneten Funksteuerung und etwas handwerklichem Geschick lässt sich die vorhandene Markise in den meisten Fällen elektrisch nachrüsten. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, welche Bauteile dafür nötig sind, wie der Umbau abläuft und worauf bei der Motor- und Steuerungswahl zu achten ist.
Warum sich die Umrüstung lohnt
Eine Kurbel ist bei großen Markisen oder in der Höhe oft unpraktisch, und wer die Markise mehrmals täglich ein- und ausfährt, spürt den Unterschied zu einer motorisierten Lösung schnell. Per Knopfdruck oder, in Kombination mit einem Windwächter, sogar automatisch fährt die Markise bei aufkommendem Wind ein und schützt so den Stoff vor Beschädigung. Auch für ältere oder körperlich eingeschränkte Nutzer bedeutet die Umrüstung einen deutlichen Gewinn an Alltagskomfort. Da die Tuchwelle bei den meisten Markisenmodellen bereits für einen Rohrmotor vorbereitet ist, lässt sich die Nachrüstung häufig realisieren, ohne die komplette Markise auszutauschen – das spart Kosten und Aufwand gegenüber einer Kompletterneuerung.
Den passenden Rohrmotor wählen
Zentrales Bauteil jeder Umrüstung ist der Rohrmotor, der anstelle der Kurbelwelle in die Tuchwelle eingesetzt wird. Dabei stehen grundsätzlich zwei Varianten zur Wahl: mechanische Rohrmotoren wie der Becker Rohrmotor R8-17-M04, die zusätzlich über eine separate Steuereinheit mit Funkempfang angesteuert werden, und elektronische Rohrmotoren wie der Becker R8-17-EVO 20 R mit 8 Nm, bei dem die Endlagenabschaltung bereits im Motor integriert ist. Ausschlaggebend für die passende Motorgröße ist vor allem das Drehmoment, das sich nach Tuchgewicht und Breite der Markise richtet – im Zweifel lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf die Daten des vorhandenen Markisenmodells oder eine kurze Rücksprache. Wichtig ist zudem, dass Wellendurchmesser und Mitnehmer zum vorhandenen Markisenmodell passen, damit der Motor später spielfrei läuft. Eine Übersicht geeigneter Antriebe und passendem Zubehör bietet die Kategorie Motoren & Zubehör.
Schritt für Schritt: So gelingt die Umrüstung
Der eigentliche Umbau folgt in der Praxis immer einem ähnlichen Ablauf:
- Markise ausmessen: Durchmesser und Aufnahme der Tuchwelle bestimmen, welcher Motoradapter benötigt wird.
- Kurbelantrieb demontieren und den Rohrmotor mit passendem Mitnehmer und Endkappe in die Tuchwelle einsetzen.
- Motor anschließen beziehungsweise die Motorsteuereinheit installieren, sofern ein mechanischer Motor ohne integrierten Funkempfänger verwendet wird.
- Endlagen einstellen (oben und unten), damit die Markise weder über- noch unterfährt und der Stoff nicht überdehnt wird.
- Handsender oder Wandsender einlernen und die Funktion der Markise mehrfach testen, bevor die Abdeckungen final montiert werden.
Steuerung nachrüsten: Handsender, Wandsender und Motorsteuereinheit
Wer einen mechanischen Rohrmotor ohne integrierten Funkempfänger einsetzt, benötigt zusätzlich eine Motorsteuereinheit wie die WAREMA Sonnen Motorsteuereinheit 2016481. Sie verbindet den Motor mit dem Funksystem und ermöglicht dadurch erst die Bedienung per Handsender oder Wandsender. Damit lässt sich die nachgerüstete Markise anschließend genauso komfortabel bedienen wie ein werksseitig motorisiertes Modell – inklusive späterer Erweiterung um einen Windwächter oder eine Zeitsteuerung. Wer mehrere Markisen oder zusätzlich Rollladen und Raffstoren im Haus hat, kann die nachgerüstete Markise in vielen Fällen auch in ein bestehendes Funksystem integrieren, statt einen separaten Handsender zu verwenden.
Komplettpakete als unkomplizierte Lösung
Wer sich die Auswahl der Einzelkomponenten sparen möchte, greift zu einem fertig abgestimmten Nachrüstpaket. Die WAREMA WMS Pakete für Terrassen-Markisen gibt es in den Ausführungen basic, plus und comfort – etwa als WAREMA WMS Paket comfort mit Windsensor und Zwischenstecker. Je nach Variante enthalten die Pakete Motor, Handsender sowie einen Windsensor – damit ist die Grundausstattung für eine funkgesteuerte Markise komplett und aufeinander abgestimmt, ohne dass Einzelteile separat zusammengestellt werden müssen. Das erleichtert vor allem Einsteigern die Entscheidung, da Motor und Funkkomponenten bereits kompatibel zueinander sind. Einen Überblick über weitere Empfänger, Sender und passendes Funkzubehör bietet die Kategorie Steuerungen & Funksysteme.
Sicherheit geht vor: Elektroinstallation durch eine Fachkraft
Der Rohrmotor selbst lässt sich in aller Regel in Eigenregie in die Tuchwelle einsetzen. Der Anschluss an die 230-Volt-Hausinstallation beziehungsweise das Verlegen einer festen Zuleitung zur Motorsteuereinheit sollte dagegen ausschließlich von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden. Das gilt besonders dann, wenn eine neue Leitung verlegt, ein fest angeschlossener Schalter installiert oder ein vorhandener Stromkreis erweitert werden muss – so bleibt die Umrüstung nicht nur komfortabel, sondern vor allem sicher.
Fazit
Eine Kurbelmarkise elektrisch nachzurüsten ist mit dem passenden Rohrmotor und einer durchdachten Funksteuerung oft einfacher, als viele zunächst denken. Ob einzelne Komponenten oder ein fertiges Komplettpaket: Wichtig ist, Motor und Steuerung auf Größe und Gewicht der Markise abzustimmen und den elektrischen Anschluss einer Fachkraft zu überlassen. Wer sich unsicher ist, welche Komponenten zur eigenen Markise passen, findet im Sortiment weitere passende Antriebe und Zubehörteile für die Nachrüstung.
